Das aktuelle Datum:
Sonntag, 5. Februar 2012Verwaltung & Politik
Hauptinhaltsbereich:
Geschichte & Stadtrechte
Lengerich ist wohl eine der ältesten Städte des Münsterlandes. Nur wenige Gemeinden in Westfalen können auf eine mehr als 4000jährige ununterbrochene Besiedlung zurückblicken. In Ausgrabungen wurden Megalithgräber aus der Jungsteinzeit, Hügelgräber aus der frühen Bronzezeit und ein Urnenfriedhof aus der vorrömischen Eisenzeit gefunden.
Die erste urkundliche Erwähnung Lengerichs durch Kaiser Konrad III. erfolgte 1147. Lengerich wurde bald auch als Wallfahrtsort bekannt. Die hervorragende Verkehrslage wirkte sich schon zu dieser Zeit auf die Entwicklung aus. Die noch heute wichtige Verbindung zwischen den Städten Osnabrück und Münster war der Grund dafür, dass in den letzten Jahren des 30jährigen Krieges in Lengerich Vorverhandlungen zum „Westfälischen Frieden“ geführt wurden.
Im Verband der Restgrafschaft Tecklenburg wurde Lengerich 1707 preußisch. In dieser Zeit erhielt Lengerich am 13. Mai 1727 das Stadtrecht. Dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. (1713 – 1740) gelang es 1727 eine umfangreiche Finanzreform als Akzise mit einem Überschuss von 2000 Reichstalern im ersten Jahr zu einem effektiven Ergebnis zu bringen.
Dies ließ die Bedeutung der zentralen Lage und Stellung des Ortes erahnen. Ende des 19. Jahrhunderts entstand durch den Bau der Teutoburger-Wald-Eisenbahn und der Fernbahnstrecke Münster-Osnabrück ein neues Verkehrsnetz. Nahezu reibungslos gelang damit der Übergang von den sterbenden Wirtschaftszweigen der Leinen- und Tabakfabrikation zu neuen Bereichen wie Kalk- und Zementindustrie sowie Metall- und Papierverarbeitung.
In der Nachkriegszeit folgte auch in Lengerich eine Zeit des wirtschaftlichen Wachstums und des Strukturwandels. Mit neuen Produkten, Ideen und Dienstleistungen ist es gelungen, neue Märkte zu erschließen, zu expandieren und Arbeitsplätze zu schaffen.
Im Laufe der Jahre entstanden neben vielseitigen Einkaufs- und Dienstleistungseinrichtungen insbesondere Einrichtungen des Bildungs- und Weiterbildungsbereichs, zur Sicherung und Förderung der Senioren, Betreuung der Jugendhilfe und Gesundheitsfürsorge.
Heute ist die Entwicklung so weit fortgeschritten, dass Lengerich seiner Funktion als Mittelzentrum vollauf gerecht wird.
Wappen der Stadt Lengerich

Das Wappen der Stadt Lengerich wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von der Stadt angenommen und bis 1939 geführt.
Es zeigt im blauen Feld einen aufgerichteten goldenen Anker, aus dessem Ring zwei goldene gekreuzte Lindenzweige jeweils mit drei Blättern abwärts hervorgehen, die auf dem Anker wieder überkreuzt liegen.
Wegen geschichtlicher Bedenken – der Anker galt als ausschließliches Wappenzeichen der Grafschaft Lingen, mit der Lengerich nicht in Verbindung zu bringen war – wurde es 1939 zunächst zurückgegeben.
Nach neueren Forschungen ist der Anker jedoch dem Grafen von Tecklenburg durch kaiserliches Privileg 1475 als Wappenvermehrung auf ausdrücklichen Wunsch des damals regierenden Grafen Otto verliehen worden ohne jegliche Beziehung zur Grafschaft Lingen, die es damals noch gar nicht gab (lt. Staatsarchiv Münster vom 27.06.1946, St.A. 1363).
Die Lindenzweige entstanden vermutlich durch eine Verwechslung der Seerosenblätter auf dem Wappen der Grafschaft Tecklenburg.
Da geschichtliche Bedenken nicht mehr bestanden, wurde das alte Wappen 1949 wieder durch die Stadt Lengerich aufgenommen.
