Was sind Photovoltaikanlagen?

Unter Photovoltaik bzw. Fotovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Lichtenergie, meist aus Sonnenlicht, in elektrische Energie mittels Solarzellen. Seit 1958 wird sie in der Raumfahrt genutzt. Inzwischen wird sie überwiegend auf der Erde zur Stromerzeugung eingesetzt und findet unter anderem Anwendung auf Dachflächen, bei Parkscheinautomaten, in Taschenrechnern, an Schallschutzwänden und auf Freiflächen.

Die erzeugte Elektrizität kann direkt genutzt, in Akkumulatoren gespeichert oder in Stromnetze eingespeist werden. Vor der Einspeisung in Wechselspannungs-Stromnetze wird die erzeugte Gleichspannung von einem Wechselrichter umgewandelt. Das System aus Solarmodulen und den anderen Bauteilen (Wechselrichter, Stromleitung) wird als Photovoltaikanlage oder Solargenerator bezeichnet.

  • Ist mein Dach geeignet?

    Ist mein Dach geeignet?

    Für Photovoltaikanlagen, kurz: PV-Anlagen, ist die Dachausrichtung und die Dachneigung ein wichtiges Kriterium für gute Erträge. Des Weiteren ist für eine Montage auf dem Dach die Statik des Daches entscheidend und sollte vorab unbedingt überprüft werden. Die Prüfung des Daches, die Dokumentation sowie die Inbetriebnahme sollten durch einen Fachmann bzw. -firma durchgeführt werden.

    Eine Dachausrichtung nach Süden und eine Dachneigung zwischen 30 und 40 Grad sind optimal. Noch gut geeignet sind aber auch Südwest oder Südost exponierte Dachflächen. Für PV-Anlagen können diese Dachflächen immer noch 95 % des Ertrages erbringen.

    Die Sonne sollte möglichst ungehindert auf das Dach scheinen können. Eine Verschattung des Daches durch Bäume oder benachbarte Bauten kann - insbesondere bei PV-Anlagen - zu deutlichen Ertragseinbußen führen. Auch schmale Schatten von Leitungen oder Antennen können schon eine Leistungsminderung zur Folge haben, denn die Module sind in Reihe geschaltet, so dass das schwächste Glied die Gesamtleistung bestimmt.

    Das Solarpotentialkataster des Kreises Steinfurt weist mit einem Online-Tool für jede kreisangehörige Kommune die für Solaranlagen geeigneten Dachflächen aus:

    www.solare-stadt.de/kreis-steinfurt

    Klicken Sie auf den angegebenen Link wählen Sie "ihre" Stadt aus und schon wird Ihnen die Eignung des Daches angezeigt (von grün als "geeignet" über gelb bis rot als "weniger geeignet").

  • Welche Anlagengröße ist sinnvoll?

    Welche Anlagengröße ist sinnvoll?

    Die Größe der zur Verfügung stehenden Dachfläche muss zur gewünschten Leistung passen. Für die Installation mit einer Anlagenleistung von rund einem Kilowatt-Peak (kWp) werden etwa 8 qm Dachfläche benötigt.

    Seit die Einspeisevergütung (nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)) unter das Niveau der Haushaltsstrompreise gefallen ist, gilt für PV-Strom als wirtschaftliche Lösung nicht mehr unbedingt die maximal mögliche Anlagengröße, um eine optimale Vergütung zu erzielen. Es ist vielmehr entscheidend, die Dimensionierung der Anlagengröße dem Haushaltsstromverbrauch anzupassen. Der Eigenstromverbrauch über die PV-Anlage wird bei steigenden Strompreisen zunehmend interessanter.

  • Welche Module gibt es?

    Welche Module gibt es?

    Man unterscheidet bei PV-Anlagen zwischen "Kristallinen Modulen" und "Dünnschichtmodulen". Mit einem Marktanteil von ca. 85 % werden "Kristalline Module" verwendet.

    Die "Dünnschichtmodule" haben einen geringeren Wirkungsgrad, zeigen aber gute Erträge bei diffuser Strahlung.

  • Wie viel Strom bietet mir meine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch?

    Wie viel Strom bietet mir meine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch?

    Der erzeugte Solarstrom kann entweder vollständig ins öffentliche Netz eingespeist oder - zumindest teilweise - direkt im Haus selbst genutzt werden.

    Seit die Einspeisevergütung deutlich unter die aktuellen Strompreise von ca. 28 bis 30 Cent pro Kilowattstunde gefallen ist, lohnt es sich, einen möglichst großen Anteil des Solarstroms selbst zu nutzen.

    Ein Vier-Personen-Haushalt erreicht mit einer 5 kWp-PV-Anlage etwa 20 bis 30 Prozent Eigennutzung. Wird der Solarstrom mit einem Batteriespeicher zwischengespeichert, können elektrische Geräte auch in den Abendstunden noch mit Sonnenstrom versorgt werden. Möglich ist dann ein Eigenverbrauch von bis zu 60 % des Solarstroms.

  • Welche Speichermöglichkeiten gibt es?

    Welche Speichermöglichkeiten gibt es?

    Auf dem Markt sind "Lithium-Ionen-Batterien" und "Bleibatterien" verbreitet, wobei die "Lithium-Ionen-Batterien" einen deutlich höheren Marktanteil haben.

    "Lithium-Ionen-Batterien" haben eine höhere Nutzkapazität. Jedoch ist die Anlagensicherheit zu beachten. Die Speichersysteme sollten dem „Sicherheitsleitfaden Li-Ionen-Hausspeicher“ entsprechen.

    Die Batteriespeicher überschreiten für einen durchschnittlichen Haushalt nicht die Größe eines Kühlschrankes.

    Für die Dimensionierung der PV-Anlage mit Batteriespeicher gilt grob folgende Beziehung:

    Pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch = 1 kWp Generatorleistung der PV-Anlage = 1 kWh Nutzkapazität der Batterie.

    Weitere Möglichkeiten der Batteriespeicher bestehen in der Notstromversorgung oder in der Aufladung von E-Fahrzeugen.

  • Was kostet eine Photovoltaikanlage?

    Was kostet eine Photovoltaikanlage?

    PV-Module sind in den letzten Jahren stark im Preis gesunken. Zurzeit kann man für 1 kWp Leistung mit etwa 1.300 Euro bis 1.600 Euro an Kosten rechnen.

    Auch Batteriespeicher fallen im Preis. Für eine Nutzkapazität von 1 kWh bewegen sich die Preise der meisten Speicher zwischen 1.000 Euro und 1.800 Euro.

  • Gibt es Förderungen?

    Gibt es Förderungen?

    Derzeit ist eine Förderung von Batteriespeichern in Verbindung mit neueren PV-Anlagen mit KfW-Mitteln möglich.

    Nähere Informationen über die Förderkonditionen der KfW-Bankengruppe sind unter www.kfw.de erhältlich.

  • Wie wirtschaftlich ist meine Photovoltaikanlage?

    Wie wirtschaftlich ist meine Photovoltaikanlage?

    Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage mit und ohne Speicher kann mit Online-Rechnern ermittelt werden.

    Das Solarpotential des Kreises Steinfurt enthält neben der Einschätzung des eigenen Daches als Solardach eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Diese finden Sie unter www.solare-stadt.de/kreis-steinfurt.

    Weitere Wirtschaftlichkeitsberechnungen (PV.Rechner) stehen seitens der EnergieAgentur.NRW unter www.energieagentur.nrw zur Verfügung.

    Hier eine Übersicht zu aktuellen Vergütungssätzen in ct/kWh - feste Einspeisevergütung (Quelle: Bundesnetzagentur):

    InbetriebnahmeWohngebäude, Lärmschutzwände und Gebäude
    nach § 48 Absatz 3 EEG
    Sonstige Anlagen bis 100 kWp
    bis 10 kWpbis 40 kWpbis 100 kWp
    ab 01.01.2017*12,3011,9610,698,51
    ab 01.02.2017**12,3011,9610,698,51
    ab 01.03.2017**12,3011,9610,698,51
    ab 01.04.2017**12,3011,9610,698,51
    ab 01.05.2017**12,2711,9310,668,49
    ab 01.06.2017**12,2411,9010,638,47
    ab 01.07.2017**12,2011,8710,618,44
    ab 01.08.2017**12,2011,8710,618,44
    ab 01.09.2017**12,2011,8710,618,44
    ab 01.10.2017**12,2011,8710,618,44
    ab 01.11.2017**12,2011,8710,618,44
    ab 01.12.2017**12,2011,8710,618,44
    ab 01.01.2018**12,2011,8710,618,44
    ab 01.02.2018**12,2011,8710,618,44
    ab 01.03.2018**12,2011,8710,618,44
    ab 01.04.2018**12,2011,8710,618,44
    ab 01.05.2018**12,2011,8710,618,44
    ab 01.06.2018**12,2011,8710,618,44
    ab 01.07.2018**12,2011,8710,618,44
    ab 01.08.2018**12,0811,7410,508,35
    ab 01.09.2018**11,9511,6210,398,27
    ab 01.10.2018**11,8311,5010,288,18
    ab 01.11.2018**11,7111,3810,178,09
    ab 01.12.2018**11,5911,2710,078,01
    ab 01.01.2019**11,4711,159,967,93

    *) Anzulegende Werte nach § 48 EEG 2017 abzüglich 0,4 Cent/kWh nach § 53 Abs. 2 EEG 2017
    **) Degressionsberechnung nach § 49 EEG 2017 (anzulegender Wert abzüglich 0,4 Cent/kWh nach § 53 EEG 2017)
    ***) Strom aus PV-Anlagen kann auch (bzw. muss ab einer Anlagengröße ab 100 kW) nach dem Marktprämienmodell vergütet werden. Hier gelten abweichende Vergütungssätze gemäß §§ 48 und 49 EEG 2017

  • Benötige ich eine Baugenehmigung?

    Benötige ich eine Baugenehmigung?

    Zurzeit ist für die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Privathauses keine Baugenehmigung erforderlich.

  • Besteht eine erhöhte Brandgefahr?

    Besteht eine erhöhte Brandgefahr?

    Bei fachgerechter Installation einer intakten Anlage ist nicht mit einer erhöhten Brandgefahr zu rechnen. Nähere Informationen über Brandschutz bei PV-Anlagen enthält die Broschüre „Brandschutzgerechte Planung, Errichtung und Instandhaltung von PV-Anlagen“.

  • Muss ich meine Photovoltaikanlage versteuern?

    Muss ich meine Photovoltaikanlage versteuern?

    Die Einnahmen aus dem Stromverkauf einer PV-Anlage müssen versteuert werden. Steuerberater können individuell Auskunft erteilen.

    Infos erhalten Sie auch auf der Website des Finanzamtes unter www.finanzverwaltung.nrw.de.

  • Muss ich meine Photovoltaikanlage versichern?

    Muss ich meine Photovoltaikanlage versichern?

    Bezüglich einer zusätzlichen PV-Anlagenversicherung nehmen Sie bitte Kontakt zu ihrem Gebäudeversicherer auf.