Schluss mit Plastik in der Biotonne!

Tonnen werden in Kürze kontrolliert

Dieses Bild werden die Lengericher Bürger demnächst wieder häufiger sehen: emsige Kontrolleure, die einen Blick in die Biotonnen werfen. Wer nicht richtig befüllt hat, bekommt eine Verwarnung in Form eines gelben Aufklebers. Wer wiederholt falsch sortiert hat, bekommt einen roten Aufkleber. Das bedeutet, dass die Tonne nicht geleert wird. Der Wiederholungstäter muss also seine Biotonne erst einmal nachsortieren, damit sie wieder geleert wird. Ist der Inhalt der Biomülltonne schon bei der ersten Kontrolle komplett falsch, wird die rote Karte sofort gezeigt.

Aber warum muss das sein?
Die Lengericher Bioabfälle werden im Kompostwerk der kreiseigenen Entsorgungsgesellschaft Steinfurt (EGST) in Saerbeck verwertet. Daraus entsteht wertvoller Kompost, der als Dünger auf die Äcker aufgebracht wird. Alle nichtkompostierbaren Abfälle, die in der Biotonne landen, müssen am Kompostwerk aufwendig aussortiert und anschließend teuer entsorgt werden. Diese Kosten tragen alle Bürger*innen über ihre Müllgebühren - auch diejenigen, die ihren Bioabfall richtig sortieren.

Zusätzlich wird über ein Nebenprodukt der Kompostierung Ökostrom produziert, der für rd. 2.000 Haushalte genutzt wird. Der Erlös aus dem Stromverkauf mindert die Abfallgebühren für alle Bürger*innen des Kreises. Um etwas gegen die Ungerechtigkeit zu tun, dass gut sortierende Bürger*innen genau so viel zahlen wie „Nichtsortierer*innen“ und um dauerhaft die hohe Qualität des Komposts zu sichern, sind nun die Biotonnenkontrolleure im Einsatz. Die zwei Damen und zwei Herren sind Mitarbeiter der „EGST“, aber im Auftrag der Stadt Lengerich unterwegs.

Jährlich rund 5.000 t, immerhin fast 10 % des eingesammelten Bioabfalls, müssen am Kompostwerk Saerbeck als Restabfall aussortiert werden, so Franz Niederau, Geschäftsführer der EGST. Das kostet Zeit und Energie. Am Ende bleibt auch immer ein Risiko, dass ein Teil nicht erfasst wird und im Kompost auf unserem Gemüseacker landet. Das kann niemand wollen. Die Anzahl der Fehlwürfe ist zwar seit 2014, als die EGST mit ihrer Aufklärungskampagne zur richtigen Befüllung der Biotonne als „Aktion saubere Biotonne“ begonnen hat, bereits zurückgegangen, es geht aber noch viel besser.

Bei der letzten offiziellen Kontrolle lag die Verschmutzung in Lengerich nur noch gering über dem maximalen Wert.

Wer keinen gelben oder roten Aufkleber auf seiner Tonne möchte, beherzigt die folgenden Tipps:

Biotonne – was darf rein?
Nur kompostierbare Abfälle aus Küche und Garten!
Die Bioabfälle dürfen in Papiertüten, in kompostierbaren Tüten (mit Keimling-Symbol) oder in Zeitungspapier gewickelt in der Tonne entsorgt werden.

Biotonne - was darf nicht rein?
In Plastiktüten verpackter Bioabfall, verpackte Bioabfälle, noch gefüllte Marmeladegläser sowie alle anderen Abfallarten, die nicht kompostierbar sind. Oft zu findende Fehlwürfe sind beispielsweise auch Windeln, Flaschen, Wattestäbchen, Verpackungen, Zeitschriften (Illustrierte), Textilien, Grillkohlereste, Asche, Taschen und Schuhe. Auch tierische Fäkalien wie Hunde- und Taubenkot sowie Katzen- und Kleintierstreu dürfen nicht über die Biotonne entsorgt werden.

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